CD - Kritiken:
Rezension zu «Kunst der Fuge», 2013
Orgelmusik Johann Sebastian Bach
Melancholische Clavichordmusik
Kritiken zu «Kunst der Fuge»
Versteckte Schönheit


Konzert - Kritiken:
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«Einfach in herrlichen Tönen schwelgen» 2010
Konzert für Gesang, Cembalo und Hammerflügel
Vocalino Konzert Jubilate! 2009
Chorkonzert der Kantonsschule Wettingen 2008
Passions-Konzert Fislisbach 2007
Chorkonzert (Vocalino) 2006
Chorkonzert Klosterkirche Wettingen 2006
Barock-Konzert Wettingen 2004
Osterkonzert 2004
Konzert Klosterkirche Wettingen 2003
Konzert in Lenzburg 2002
Orgerlkonzert Sonnleitner & Mueller 2002
AARGAUER ZEITUNG Dienstag, 27. M�rz 2007

Vergänglichkeit und Auferstehung

FISLISBACH Ein Passions-Konzert auf hohem Niveau, die beiden Chöre Vocalino und Kantorei im Limmattal haben begeistert.

Die Chöre Vocalino und Kantorei im Limmattal, beide unter der Leitung von Stefan Müller, gastierten am Sonntagabend in der katholischen Kirche Fislisbach und begeisterten die Konzertbesucher mit geistlicher Musik von H. Schütz, J. Brahms und Igor Strawinsky, gleichsam ein «musikalisches Tryptichon», das sich über die formale Verwandtschaft definierte.

Die Werkauswahl stand ganz im Zeichen des Leidens, des Sterbens, liess aber auch die österliche Hoffnung und Zuversicht aufkeimen. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von elf kompetenten Instrumentalisten sowie dem Organisten Jonas Herzog, der die Epochenwechsel mit zwei Sätzen aus «Herzlich tut mich verlangen» von J. Brahms äusserst subtil gestaltete.

ERSTAUNLICH DIFFENZIERT
Zum Auftakt erklang der Doppelchor «Aus der Tiefe» von H. Schütz. Im brillanten Zwiegespräch kommunizierten die beiden Stimmkörper von der Empore und im Chor, präzise, einfühlsam und mit sicherer Intonation. Intensiven Hörgenuss bescherten auch Kompositionen wie «Die mit Tränen säen» und der sechsstimmige Satz «Selig sind die Toten», der vom Vokalensemble Vocalino mit erstaunlicher Differenziertheit gestaltet wurde. Brahms romantische Tonsprache, die sich an früheren Vorbildern wie Schütz orientiert, ist voller Intensität, Farbigkeit und wechselnden Affekten, die der Chor dynamisch behutsam und wirkungsvoll gestaltete. Die beiden Werke «Wenn wir in höchsten Nöten sein» und der «Begräbnisgesang, op. 13», seinem Freund Robert Schumann zugedacht, liessen die Zuhörer sowohl die Vergänglichkeit des irdischen Daseins wie die Auferstehung förmlich hautnah nachempfinden.

HOMOGEN UND TRANSPARENT
Igor Strawinskys «Messe», die durch ihren hohen Dissonanzgrad und Schwermütigkeit durchaus in die Nähe der Passion gerückt werden kann, weist strukturelle Ähnlichkeiten mit H.-Schütz-Kompositionen auf. Der Komponist lässt sich von mittelalterlich und orthodox geprägten Figuren inspirieren. Die unterschiedlichen Charaktere der fünf Ordinariumsteile gestaltete der Chor mit wechselnder Registrierung ausgesprochen homogen und transparent. Er wusste sämtliche expressive Nuancen mit der gebotenen Schlichtheit oder expressiven Intensität zu interpretieren. Tabea Herzog und Dino Lüthi meisterten ihren anspruchsvollen Solistenpart mit bemerkenswerter Sicherheit.
[JEAN-PIERRE HENNINGER]
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