CD - Kritiken:
Rezension zu «Kunst der Fuge», 2013
Orgelmusik Johann Sebastian Bach
Melancholische Clavichordmusik
Kritiken zu «Kunst der Fuge»
Versteckte Schönheit


Konzert - Kritiken:
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Chorkonzert (Vocalino) 2006
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Osterkonzert 2004
Konzert Klosterkirche Wettingen 2003
Konzert in Lenzburg 2002
Orgerlkonzert Sonnleitner & Mueller 2002
AARGAUER ZEITUNG Montag, 06. Juli 2004

Eine gewaltige Steigerung

Wettingen Eindrückliche Barockmusik für Geige und Orgel

Wunderschönes Wetter, Wettiger Fäscht und Ferienbeginn konkurrenzierten das einstündige Konzert in der Klosterkirche, dargeboten durch die Kanti-Musiklehrer Regula Keller (Violine) und Stefan Müller (Orgel). Die paar Dutzend Musikfreunde, die sich einfanden, hatten ihren Gang nicht zu bereuen, erlebten sie doch eine eindrucksvolle Abendmusik.

SUBTILE TECHNIK
Mit je einer Geigensonate von G.A.P. Mealli, H.I.F. von Biber und J. S. Bach erlebte man eine nachhaltige Entfaltung der Kompositionstechnik, die Steigerung zu grösseren Formaten und stärkeren Ausdrucksformen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Unsichtbar für die Zuhörer, auf der Lettnerorgel, stellten Regula Keller auf ihrer Barockgeige und Stefan Müller an der Orgel die Sonate op. 3 von Mealli, entstanden 1660, vor. Auffallend war die weitausgreifende Melodienführung im Eingangssatz, charakteristisch die chromatisch absteigende Orgelbassstimme. Die Geigerin überzeugte durch den warmen, weichen und tragenden Ton ihres Instruments. Technisch wie gestalterisch liessen die Interpreten keine Wünsche offen. Bibers 6. Sonate bedeutete vom Inhalt her einen grossen Schritt weiter nach Mealli: Da erklangen immer wieder Doppelgriffe, virtuose Partien wurden eingestreut, man genoss aparte Echoeffekte. Regula Keller gestaltete das Werk mit viel Subtilität und souveräner Technik. Biber schrieb mitten in der Komposition vor, die Violine einen Ton tiefer zu stimmen, was ganz andere Farben und Akkorde ermöglichte. Eine gewaltige Steigerung erreichte das Konzert mit Bachs Partita II für Violine solo: Eine ungemein reiche Gedankenvielfalt trat da zutage, technische Schwierigkeiten in hohem Masse stellten sich der Violinistin. Diese verlieh jedem der vielfältigen Sätze einen besonderen Charakter und bewies auch technisch eine hohe Fertigkeit.

ALLE REGISTER GEZOGEN
Die Ā«ChaconneĀ» bezeichnet man gerne als Krone der Violinliteratur. Diesmal erklang sie in einer Bearbeitung für Orgel von W. Börner. Diese effektvolle Fassung erlaubte Stefan Müller, im wahrsten Sinne des Wortes alle Register zu ziehen. Für ihn schienen sich in den stark kontrastierenden Variationen keine Probleme zu stellen. Die beiden Künstler erfuhren grosse Dankesbezeugungen.
[JÜRG HALLER]
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